Würzen mit Giften

Immer wieder ergeben Tests giftige Rückstände in Gewürzen. Hier eine Auswahl.

Das deutsche Verbrauchermagazin Öko-Test hat 2006 eine große Auswahl an Paprika-, Curry- und Pfeffer-Produkten untersucht und dabei Farbstoffe, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Schimmelpilzgifte gefunden. Mit dem Farbstoff Sudan Rot werden eigentlich Dieselkraftstoff oder Schuhcreme gefärbt. Er wird bei der Verdauung in Stoffe aufgespalten, die Krebs auslösen und das Erbgut schädigen können. Man kann eigentlich keine Menge angeben, die gesundheitlich unbedenklich wäre. Nicht weniger schlimm ist es mit Schimmelpilzen. Zwei getestete Produkte enthielten bedenkliche Mengen.
Bei Pfeffer waren die Testergebnisse sehr gut. Bei Paprika gab es zwar einige auch gute, aber es gab auch mit Gift belastete Produkte, noch mehr bei Curry. In den Gewürzen wurden neben Sudan Rot fast zwanzig verschiedene Pflanzenschutzmittel gefunden - darunter besonders oft die stark wassergefährdenden Insektenmittel Chlorpyrifos und Cypermethrin. Viele Gewürze sind mit mehreren Pestiziden belastet - vor allem die Paprikapulver. Lediglich die zwei getesteten Bio-Produkte waren frei von Pestizidrückständen.
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Gemahlene Gewürze oder Nüsse sollten nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwendet werden. Vor allem in Pfeffer, Paprika, Chili, Gelbwurz, Muskatnuss sowie Nussfrüchten (Pistazien, Mandeln, Erd- und Haselnüssen) werden immer wieder hochgiftige Schimmelpilze der Gattung Aspergillus nachgewiesen. Die Gifte werden auch durch hohe Temperaturen beim Kochen nicht zerstört. Beim Einatmen der Pilze können Lunge und Gehirn infiziert werden. Ein derartiger Befall (invasive Aspergillose) kann für Menschen mit geschwächtem Immunsystem - etwa nach einer Chemotherapie oder HIV-Infektion - tödliche Folgen haben. Zudem produzieren Schimmelpilze hochgefährliche Gifte wie Aflatoxine oder Ochratoxine.
Unsere Empfehlung: Pfeffer oder Nüsse immer im Ganzen einkaufen und erst vor dem Gebrauch mahlen. Im Restaurant sicherheitshalber auf den Pfefferstreuer verzichten.
(Konsument, 2/07)

Tests ergaben, dass die "Crosse & Blackwell Worcester-Sauce" den verbotenen Farbstoff Sudan Rot enthielt … Die bisher größte britische Rückrufaktion hatte auch Auswirkungen auf Österreich. In einer Fünf-Tonnen-Ladung Chilipulver aus Indien waren Spuren des verbotenen Farbstoffes nachgewiesen worden. Laut Gesundheitsministerium wurde mit Sudan Rot I versetzte "Crosse & Blackwell Worcester Sauce" seit dem Jahr 2003 nach Österreich importiert. Das Produkt wurde aus den Regalen entfernt.
(Konsument, 4/05)

Sudan Rot wurde auch in Sugo und Teigwaren gefunden. Das Gesundheitsministerium hat das Produkt Leverno-Pasta di Peperoncino "Paprikapaste scharf" aus dem Verkehr gezogen, ebenso CIRIO-"Sugo all arrabbiata", auch Teigwaren mit der Bezeichnung: Italienische Tricolore Spiralen. Häufige Aufnahme über einen längeren Zeitraum birgt das Risiko einer chronischen Erkrankung.
(Konsument, 1/04)

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