Kolonialer Kompromiss

Mit dem wiedereröffneten Afrika-Museum scheitert Belgien einmal mehr an der Aufarbeitung des kolonialen Erbes.

Von Markus Spörndli, Brüssel und Tervuren

Das königliche Zentralafrikamuseum in Tervuren, einem Vorort östlich von Brüssel, ist neu eröffnet worden. Fünf Jahre lang war es geschlossen und sollte in dieser Zeit, ganz offiziell, „dekolonialisiert“ werden.In dem Land, wo sich lange Zeit weder staatliche Stellen noch die breitere Öffentlichkeit bemüßigt sahen, die koloniale Vergangenheit kritisch zu reflektieren, scheint gerade ein Wandel stattzufinden. Zumindest auf den ersten Blick.Das Museum war das letzte Kolonialmuseum Europas, erstarrt auf dem Stand der 1950er Jahre. Tausende ausgestopfte Tiere müffelten vor sich hin. Säuberlich nach „Stämmen“ geordnete kongolesische Artefakte türmten sich in Vitrinen. Dazwischen Skulpturen belgischer Bildhauer, die zeigen sollten, wie die Kolonisatoren die...

mehr ...

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen