Subversive Vernetzung

Von Michaela Krimmer ·

Auf der Subversivmesse vom 14. bis 17. Mai. können sich BesucherInnen in Sachen Widerstand inhaltlich weiterentwickeln und Kontakte knüpfen.

Geht’s der Subversion gut, geht’s uns allen gut“: unter diesem Motto findet im Industriehafen von Linz neben dem Hafenbecken 3 die Subversivmesse statt. Kunstschaffende, Kreative und Andersdenkende aus aller Welt stellen dort das Neueste vom Widerstandssektor vor: ein bunter Reigen an Möglichkeiten, Projekten und Dienstleistungen, um das herrschende System zu untergraben. Die Methoden sind vielfältig. So genannte „Seedballs“ – Samenbälle – wurden bereits vor der Messe in Linz verteilt. Die mit Pflanzensamen gefüllten Beutel werden von KolporteurInnen der Linzer Obdachlosenzeitung „Kupfermuckn“ unter die Leute gebracht. Die Seedballs sind eine Taktik des „Guerilla-Gärtnerns“. Wirft man die Beutel auf die wenigen Flecken Erde der Stadt, führt die Besamung – mit ein wenig Glück und dem richtigen Wetter – zu einem Erblühen der Großstadt. Das Guerilla-Gärtnern soll Menschen dazubringen, aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung teilzunehmen.

Social Impact nennt sich das Künstlerteam rund um Harald Schmutzhard, das die Subversivmesse ins Leben gerufen hat. „Wir thematisieren die Bewegungsspielräume marginalisierter Gruppen“, sagt der Mitbegründer von Social Impact. „Wir bleiben jedoch nicht auf der symbolischen Ebene, sondern setzen Aktionen, um diese Bewegungsspielräume auszuweiten.“ Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Kunst, Aktionismus und sozialem Engagement. Eines der vergangenen Projekte von Social Impact fand mit Sexarbeiterinnen in Tschechien statt. Die Frauen erzählten von üblichen Konflikten in ihrem Arbeitsalltag. In weiterer Folge wurden Handlungsmöglichkeiten im Rahmen dieser Konflikte aufgezeigt. Diese Ideen wurden als Buch dann gratis unter den Sexarbeiterinnen verteilt.

„Wir machen ganz bewusst eine Messe und keine Ausstellung. Hier geht es um Kommunikation“, erklärt Schmutzhard die Bedeutung der Subversivmesse. Mit den anwesenden KünstlerInnen darf und soll gesprochen werden. Die Rebel Clown Army veranstaltet beispielsweise einen Workshop, bei dem das Grundlagenwissen zum Formieren einer Clownarmee erlernt werden kann. Clowns sind mittlerweile ein beliebtes Element bei Protestkundgebungen weltweit. Andere Kunstschaffende hinterfragen mit Humor unseren Alltag, wie etwa die weit verbreiteten To-do-Listen. Dem stellt das Kreativteam des „Antipreneur-Shops“ die Not-to-do-Listen gegenüber. Denn es gibt etwas, das noch umfangreicher ist als all die Dinge, die wir tun müssen. Und das sind die Dinge, die wir nicht tun müssen. „Von der Mount-Everest-Besteigung über den Abtransport von Atommüll bis hin zum Kauf eines neuen Raketenrucksacks – auf der Not-to-do-Liste hat alles Platz, was im Laufe der nächsten Zeit garantiert nicht anfällt“, wirbt der Antipreneur-Shop für seine Waren.

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