Verfolgung während der Nazi-Zeit

Von Beate Eder-Jordan ·

Über Jahrhunderte sind die Roma und Sinti verfolgt und vertrieben worden. Die Nationalsozialisten steigerten diese Ungerechtigkeit noch mit dem Ziel, die „Zigeuner“ – wie die Juden und „Neger“ – als „rassisch minderwertige“ Menschen auszurotten. Als „Zigeuner“ galten all jene, die aufgrund ihres sozialen Status, ihrer Lebensweise oder wegen ihrer angeblichen „Asozialität“ von den Nazi dafür gehalten wurden. Antiziganismus („Zigeuner“hass) hatte es ja bereits vorher gegeben und in verbaler Aggression und Benachteiligung durch lokale Politiker und VertreterInnen der Mehrheitsbevölkerung seinen Ausdruck gefunden.
Die beiden größten Arbeitslager für „Zigeuner“ befanden sich in Österreich in Salzburg/Maxglan und in Lackenbach/Burgenland. Viele Roma und Sinti wurden aber auch in KZs des Reiches deportiert und dort umgebracht.
Insgesamt sind Schätzungen zufolge cirka 500.000 Roma und Sinti von den Nationalsozialisten ermordet worden, aus Österreich waren es 9.000.
Nach 1945 war es in Österreich keinesfalls selbstverständlich, dass überlebende Roma und Sinti als Opfer des NS-Regimes anerkannt wurden. Sie sahen sich vielmehr ungebrochener Diskriminierung gegenüber. „Wiedergutmachung“ und Opferrenten erhielten nur wenige. Fehlende Papiere konnten zu Staatenlosigkeit führen, und ein Ansuchen um Entschädigung war damit verwirkt. Aus Angst vor neuer Erfassung schreckten viele Roma davor zurück, sich um eine „Wiedergutmachung“ zu bemühen.
Gitta Martl, die Tochter Rosa Winters, kämpfte etwa 16 Jahre lang gegen bürokratische Schikanen, bis ihre Mutter die österreichische Staatsbürgerschaft, eine kleine finanzielle Wiedergutmachung und eine Opferrente bekam.

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