Voller Phantasie und Improvisation

Von Werner Leiss ·

Abwechslungsreich, rhythmisch und gefühlsbetont verbindet die von Wien aus agierende Formation Golnar & Mahan Persisch-Folkloristisches mit Jazz.

Die Sängerin Golnar Shahyar und der Gitarrist Mahan Mirarab sind sich 2011 in Wien begegnet. Ihr bis zu diesem Zeitpunkt zurückgelegter Lebensweg war ein nicht unähnlicher. Beide sind Anfang der 1980er in Teheran geboren. Bei beiden war es das Klavier, das sie als erstes Instrument spielen lernten. Zunächst studierten sie jedoch abseits der Musik, Golnar Shahyar Biologie und Mahan Mirarab Architektur. Die Auseinandersetzung mit persischer Volksmusik und Literatur auf der einen und mit Jazz auf der anderen Seite führte sie schließlich in Wien zusammen.

Leidenschaft. Shahyar studierte ab 2008 Jazzgesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Davor wurde ihr während ihres Studiums in Toronto bald klar, dass ihre wahre Leidenschaft der Musik gilt. Mirarab kam 2009 nach Wien. Schon in Teheran entdeckte er seine Leidenschaft für Jazz.

Neben herkömmlichen Gitarren, Oud und Tar spielt Mirarab auch eine bundlose Gitarre. Sie ist geeignet, die mikrotonale Viertelton-Musik des Mittleren Ostens mit westlichen Texturen zu verbinden. Er gründete in Wien das Mahan Mirarab Trio, wo er bereits Jazz mit persischer Musik verknüpfte. 2012 folgte das Projekt „Choub“. Da war bereits Golnar Shahyar mit ihrem außergewöhnlichen Gesangstil dabei, der mit Tahrir eine spezielle Form des vorderasiatischen Jodelns inkludiert.

Beispiellose Kombination. Shahyar veröffentlichte zudem – zusammen mit der ebenfalls aus dem Iran stammenden Mona Matbou Riahi sowie Jelena Popržan aus Serbien – unter dem Namen Sormeh ein erstaunliches Album, voll mit neuen musikalischen Ideen. Das neue Werk nennt sich „Derakht“, was so viel wie Baum bedeutet. „Der Baum ist für uns das Symbol für Wachstum, Weisheit und Schönheit“, so Golnar Shahyar.

Das Album inkludiert traditionelle persische Klänge, beispiellos kombiniert mit amerikanischem Jazz, Latin und kubanischen Polyrhythmen. Die Stücke stammen großteils aus eigener Feder, sind selbst komponiert und getextet. Golnar singt vorwiegend auf Farsi. Dazu gibt es ein traditionelles kurdisches Stück und ein Text stammt von Rumi.

Golnar & Mahan bilden zusammen mit dem österreichischen Perkussionisten Amir Wahba ein Trio. Unterstützt werden sie von Gästen wie dem türkischen Gitarristen Erkan Ogur und von Alain Perez, der auch Bassist von Paco de Lucia war. 2018 werden Golnar & Mahan häufig international unterwegs sein. Eine Tournee führt sie bis nach Japan.

Werner Leiss ist Musikkritiker des Südwind-Magazins und Redakteur des „Concerto“, Österreichs Musikmagazin für Jazz, Blues und Worldmusic.

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