Werner Leiss hört sich um: Musik mit Message

Von Werner Leiss · · 2021/Sep-Okt

Mit politischen Texten und sich musikalisch zwischen Tradition und Afro-Pop bewegend laden die neuen Alben von Angélique Kidjo, Dobet Gnahoré und Kady Diarra zum Zuhören ein.

Seit gut drei Jahrzehnten ist Angélique Kidjo fester Bestandteil der internationalen Musikszene. Sie kommt aus dem westafrikanischen Benin, lebte lange Zeit in Frankreich und hat einen Wohnsitz in New York. Zuletzt überraschte sie mit einer Bearbeitung des Talking Heads-Hauptwerks „Remain in Light“ und der Musik der Salsa-Ikone Celia Cruz.

Nun umgibt sich Kidjo auf ihrem neuen Album „Mother Nature“ mit jungen Musiker*innen aus verschiedenen Ländern Afrikas und legt ein überaus poppiges, zeitgemäßes Album vor. Unter den Mitwirkenden befinden sich Yemi Alade, Burna Boy, Zeynab und Lionel Loueke – hauptsächlich junge kreative Musiker*innen aus Westafrika, populäre Vertreter*innen unterschiedlicher Genres wie Hip Hop, Afrobeat, Dancehall und R&B.

Was allerdings nicht bedeutet, dass nicht auch traditionelle Elemente in die Kompositionen einfließen. Textlich geht es um die aktuellen Probleme unserer Zeit: Soziale Ungerechtigkeit wird genauso thematisiert wie daraus resultierende Polizeigewalt und andere Verwerfungen. „Free & Equal“ singt Kidjo mit Sampa Tembo, genannt Sampa The Great. Hier werden die Prinzipien der Unabhängigkeitserklärung der USA 1776 in Erinnerung gerufen. Und auch „Mother Nature“ nennt sich das Album nicht zufällig, im Titelstück ist die Klimakrise ein Thema.

Mit positiver Energie. Die französischen Ardennen und die ehemalige Hauptstadt der Elfenbeinküste, Abidjan, sind die Orte, zwischen denen die Sängerin Dobet Gnahoré immer wieder hin- und herpendelte, bis sie wegen Covid-19 an der westafrikanischen Küste für längere Zeit innehalten musste und ausreichend Zeit für ein neues Album fand. Aufgenommen mit lokalen Musiker*innen geht es um Menschenrechte, um Kreativität und nicht zuletzt um eine positive Einstellung zum Leben.

„Couleur“ ist bereits das sechste Album der Grammy-Gewinnerin 2010, die auch durch ihre unverwechselbare Tanzperformance bekannt geworden ist. Waren von ihr bislang überwiegend akustische Klänge zu hören, mischen sich nun moderne Afro-Pop-Sounds ihrer Heimat Elfenbeinküste darunter.

Kunst und Spiritualität. „Burkina Hakili“, das neue Album von Kady Diarra aus Burkina Faso, inkludiert Afro-Soul und Afro-Pop, wobei die traditionellen Einflüsse keineswegs zu kurz kommen.

Seit Jugendtagen mit traditioneller Musik und Tanz beschäftigt, begann sie in Westafrika als Sängerin, Tänzerin und Choreographin – mit Erfolg. Danach folgte eine internationale Solokarriere. Wichtig sind ihr die Kombination aus Tradition, Kunst und Spiritualität, in Verbindung mit Botschaften wie Gleichberechtigung und Humanismus.

Werner Leiss ist Musikkritiker des Südwind-Magazins und Redakteur des „Concerto“, Österreichs Musikmagazin für Jazz, Blues und Worldmusic.

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