Werner Leiss hört sich um: Vereint in der Musik

Von Werner Leiss ·

30 Jahre World Music Charts Europe, Joe Troop mit Botschaft und Banjo, ein kurdisches Trio mit Impressionen von der Flucht sowie afro-nordische Soundtüftler*innen.

Die World Music Charts Europe haben dazu beigetragen, dem alten Kontinent die Weltmusik näher zu bringen. Die ersten Charts aus dem Jahr 1991 entstanden mittels Wertungen aus elf europäischen Staaten. Seit dem Jahr 2010 sind 25 Länder beteiligt, die Jury besteht aus 42 Mitgliedern.

Zum 30-jährigen Jubiläum erscheint nun mit „Great Tunes From The World Music Charts Europe“ eine Doppel-CD, auf der sich ein Querschnitt aus den Charts der vergangenen zwei Jahre findet – mit Musik aus Afrika, Lateinamerika, der Karibik, vom Balkan, aus dem Nahen Osten, aus Skandinavien sowie Ost- und Südwesteuropa.

Musik entlang der Fluchtroute. Das Tarab-Trio besteht aus einem kurdischen Santur-Spieler aus dem Iran, der mit den Streitkräften der Peschmerga gegen den IS kämpfte, einem jungen Sänger aus der jesidischen Community im Irak, der 2014 vor dem Völkermord floh, und einem deutschen Harfenisten, der seinen musikalischen Background in Alter Musik und Folk hat.

Mit dem Album „Aman hey Aman – Wege nach Kurdistan“ lädt das Ensemble zu einer musikalischen Reise ein, die entlang der Route führt, auf der zwei der drei Bandmitglieder nach Deutschland kamen. Es sind kurdische Lieder über Liebe und Leid und freilich über den Kampf für Freiheit. Verwoben werden Melodien der Ägäis-Region, der osmanischen Tradition und instrumentale Tanzstücke.

Kompromissloser Aktivismus. Joe Troop ist im ländlichen US-Bundesstaat North Carolina aufgewachsen und hat die vergangenen Jahre in Argentinien verbracht. Seine Band Che Apalache ist in Buenos Aires stationiert und wurde 2020 für das Folk-Album des Jahres nominiert. Die Mitglieder kommen aus Argentinien, Mexiko und den USA.

Joe Troop ist ein überzeugter und kompromissloser politischer Aktivist, der sich für die Rechte Homosexueller sowie für Menschlichkeit und Toleranz gegenüber Einwander*innen einsetzt. Er singt auf Englisch bzw. Spanisch und spielt glänzend auf seinem Banjo Bluegrass, Country, Tex-Mex und Flamenco –dazu gesellen sich Gitarre, Fiddle, Mandoline und Akkordeon. Ein außergewöhnliches Solo-Debüt.

Klanglandschaften. Die Bandmitglieder stammen aus Mosambik, Norwegen, Schweden und Simbabwe. So erklärt sich auch ihr Name Monoswezi. Das heißt fünf in der Shona-Sprache von Simbabwe, der Heimat der Leadsängerin und Mbira-Spielerin Hope Masike.

„Shanu“ heißt das neue Album. Diesmal zeigt sich ein elektronischer Ansatz, wobei afrikanische Musik nach wie vor die Hauptquelle der Inspiration von Monoswezi bleibt. Entstanden sind hochklassige, afro-nordische Klanglandschaften.

Werner Leiss ist Musikkritiker des Südwind-Magazins und Redakteur des „Concerto“, Österreichs Musikmagazin für Jazz, Blues und Worldmusic.

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