Leben im palästinensischen Lager

Von Christina Schröder · · 2022/Jul-Aug
© Verena Prenner

Im Jahr 2014 bekam die niederösterreichische Fotografin Verena Prenner die Förderzusage für ein Projekt mit dem Ziel, die Auswirkungen des Baus der israelischen Sicherheitsmauer auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der palästinensischen Taxifahrer zu untersuchen.

Sie beschloss, währenddessen im palästinensischen Flüchtlingslager Dheisheh in der Westbank zu leben und arbeitete nebenbei als Fotografin für muslimische Hochzeiten. Dabei bekam sie einen Eindruck von den Menschen und ihren Lebensumständen vor Ort. Kurz nach ihrer Ankunft im Mai 2014 begann der Krieg im Gazastreifen und damit waren Leid, Elend und Tod allgegenwärtig im Lager.

2018 kehrte sie für einen längeren Aufenthalt zurück, um künstlerische Fotos vom Leben in Dheisheh zu machen. Zu diesem Zeitpunkt kannten sie viele Bewohner*innen schon. Dennoch sei es laut Prenner am Anfang schwierig gewesen, Foto-Modelle zu finden. Mit wachsendem gegenseitigen Vertrauen und Respekt gelang es ihr, auch anhand von selbstgebastelten Masken, die Bilder aus dem Lager auf eine abstraktere Ebene zu bringen und damit für die Betrachter*innen etwas ganz Neues, mitunter auch Irritierendes zu schaffen. Dass der Name des daraus entstandenen Buches, „Camping“, auf so manchen oder manche ironisch wirken mag, ist von der Fotografin durchaus beabsichtigt.

Verena Prenner

Camping

Edition Lammerhuber, Wien 2022, 144 Seiten, € 49,90

Prenner wird im Rahmen des Festivals La Gacilly-Baden Photo 2022 (von 9. Juni bis 16. Oktober) mit einer Foto-Ausstellung vertreten sein: festival-lagacilly-baden.photo

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